Demographischer Wandel, Arbeitsmarkt & Politik
Bereits heute sind ältere Arbeitnehmer von Arbeitslosigkeit und Existenzängsten betroffen. Im Zuge des Demografischen Wandels werden sich bestehende Verhältnisse noch verstärken.
Zweiteilung des Arbeitsmarktes
Es ist abzusehen, dass sich der Arbeitsmarkt aufteilen wird. Erste Entwicklungen zeigen, dass immer mehr gering qualifizierte Menschen sich wenige Arbeitsplätze teilen müssen.
Da immer mehr Frauen einer festen Beschäftigung nachgehen, werden sich die Folgen auf dem Arbeitsmarkt erst sehr spät zeigen. Im Zuge der Emanzipierung der Frau wurde das eheliche Versorgermodell durch eine beiderseitige Berufstätigkeit abgelöst. Die Hausfrau von gestern ist heute gut ausgebildet und trägt aktiv zum Familienunterhalt bei.
Neben dieser qualitativen Betrachtungsweise des Arbeitsmarktes sind auch quantitative Überlegungen in politische und gesetzgebende Vorschläge einzubeziehen. Es ist eine Tatsache, dass der Arbeitsmarkt schrumpfen wird, das bedeutet weniger bezahlte Arbeitsstellen sind verfügbar. Dies trifft besonders auf den Bereich zu, der von gering ausgebildeten Arbeitern besetzt ist. Langfristig gesehen wird es zu einem Überangebot dieser wenig qualifizierten Bewerbern kommen und zu einer zunehmenden Arbeitslosigkeit führen.
Eine viel versprechende Gelegenheit dieser Entwicklung entgegenzuwirken, bietet der Ausbau haushaltsnaher Angebote. Das umfasst beispielsweise Wasch- oder Bügeldienste, aber auch Kinderbetreuung. Vor dem Hintergrund eines Doppelverdiener Haushalts erhalten eine größere Anzahl gering qualifizierter Arbeitnehmer die Möglichkeit, aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen.
Auf der anderen Seite werden sehr gut ausgebildete Fachkräfte in vielen Berufen gesucht. In diesen Bereichen kann sich der Arbeitsmarkt sogar noch ausweiten.
Ältere Arbeitnehmer
Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen müssen sich aber nicht nur auf generelle Entwicklungen konzentrieren, sondern auch bemüht sein, ältere Arbeitnehmer aktiv in den Arbeitsprozess einzubinden. Dies bedeutet zum Einen die Anpassung bestehender Arbeitsplätze an ältere Generationen aber auch der Versuch ältere Arbeitslose wieder in eine bezahlte Beschäftigung zu bringen.
Die Bundesregierung verfolgt mehrere Strategien zur Erhöhung der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer. Hierzu gehören Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, die es älteren Arbeitnehmern ermöglichen, neue Entwicklungen und technische Innovationen im Berufsleben zu verstehen und anzuwenden. Des Weiteren sollen bestehende Vorurteile abgebaut werden. Vorgefasste Meinungen werten ältere Menschen als weniger qualifiziert, leistungsfähig und –bereit ab. Initiativen helfen, die Vorteile älterer Berufstätiger zu erkennen. Diese sind häufig zuverlässiger, verfügen über ein höheres Maß an Berufs- und Lebenserfahrung, bieten gleichzeitig aber auch Loyalität zum Arbeitgeber und eine starke Identifizierung mit dem Betrieb.
Unternehmen werden finanzielle Anreize geboten, die es Unternehmen erleichtern, ältere Menschen zu beschäftigen. Dies sind unter anderem Lohnzuschüsse, Entgeltsicherungen oder Erlassung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung für Beschäftigte ab 55 Jahren.
Bund-Länder Initiativen werden fortgesetzt, um die Möglichkeiten für ältere Arbeitslose zu erhöhen. Auf diesem Weg sollen 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze für Ältere geschaffen werden.
Eine dieser Maßnahmen ist die Initiative „50plus“, die ältere Arbeitnehmer in das Berufsleben integrieren soll.
Anpassungen an ältere Arbeitnehmer
Um die zunehmend älter werdenden Arbeitnehmer in das aktive Arbeitsleben einbeziehen zu können, sind wichtige Anpassungen nötig. Denn wenn mehr Menschen immer länger arbeiten, sind gravierende Änderungen aller Bereiche nötig.
An oberster Stelle steht hier eine Reformierung des Gesundheitswesens. Damit ältere Menschen auch im hohen Alter in der Lage sind, produktiv zu sein, muss ihre Gesundheit bereits sehr früh gefördert werden.
Desgleichen sind Unternehmen und Betriebe dazu aufgefordert, die Arbeitsbedingungen auf ältere Arbeitnehmer anzupassen. Dies bedeutet unter anderem die Veränderung der Arbeitszeiten und- abläufe. Ältere Arbeitnehmer müssen ihren Fähigkeiten und ihren körperlichen Leistungsvermögens gemäß eingesetzt werden, um die Produktivität und Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens nicht zu gefährden. Der Wechsel in einen anderen Betriebszweig oder unbezahlte Pausen sind nur zwei Möglichkeiten.
Denn Beschäftigung aber auch Wettbewerbsfähigkeit sind zwei Faktoren, die eng miteinander verbunden sind.
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